Prof. Andre­as Moring von der Inter­na­tio­nal School of Manage­ment in Ham­burg hat mit dem BIDAC (Bina­ry Inno­va­ti­on Deve­lop­ment Acce­le­ra­tor Con­cept) — Frame­work eine Metho­de von 15 Eigen­schaf­ten ent­wi­ckelt, wel­che die Erfolgs­chan­cen von inno­va­ti­ven Ide­en, Kon­zep­ten und Busi­ness-Model­len in digi­ta­li­sier­ten Märk­ten bewer­tet.

Die Digi­ta­li­sie­rung bringt eine neue Wert­schöp­fungs­lo­gik mit sich. Die­se spie­gelt sich im BIDAC wider. Null oder eins — erfüllt oder nicht erfüllt.

Mit BIDAC wer­den Stär­ken und Schwä­chen eines Ange­bo­tes oder eines Geschäfts­mo­dels iden­ti­fi­ziert. Es geht nicht um 15 Punk­te von 15 Punk­ten, son­dern um die Merk­ma­le, an denen Poten­tia­le geschaf­fen wer­den kön­nen.

Plastic or Plum­bum- Pati­en­ten brin­gen Erwar­tun­gen mit

Die BIDAC Kate­go­rie — Plastic or Plum­bum ‑beschreibt, dass sich eine Leis­tung an die indi­vi­du­el­len Gewohn­hei­ten und Prä­fe­ren­zen der Nut­zer anpasst. Ver­an­schau­licht heißt das, Leis­tun­gen die anschmieg­sam wie Kunst­stoff (Plastic) sind, gel­ten als „erfüllt“ oder starr und schwer, wie Blei (Plum­bum) als „nicht erfüllt“.

Alter, Geschlecht, Her­kunft, auch Erwar­tun­gen, Geschmack, Gewohn­hei­ten und Vor­lie­ben beim Essen sind die Sum­me der Din­ge, die unter­schied­li­che Prä­fe­ren­zen beim The­ma Ernäh­rung aus­prä­gen.

Hin­zu kommt, dass Ernäh­rung eines der gro­ßen gesell­schaft­li­chen The­men unse­rer Zeit ist und teil­wei­se kon­tro­vers dis­ku­tiert wird, ins­be­son­de­re:

  • Die Gesell­schaft ist durch die Glo­ba­li­sie­rung und die Zuwan­de­rung kul­tu­rell und damit auch kuli­na­risch viel­fäl­ti­ger gewor­den.

  • Unse­re Ess­ge­wohn­hei­ten haben sich in den letz­ten Jah­ren durch die wach­sen­de Urba­ni­sie­rung, durch das New­Work und ein neu­es Gesund­heits- und Umwelt­be­wusst­sein stark ver­än­dert. Essen wird immer mehr zur Welt­an­schau­ung. Die Unter­schie­de in der Lebens­wei­se der Genera­tio­nen sind durch die Glo­ba­li­sie­rung und Digi­ta­li­sie­rung schein­bar grö­ßer gewor­den.

  • Der Wohl­stand der Bevöl­ke­rung hat zuge­nom­men, was auf die Lebens­qua­li­tät der Men­schen eine gro­ße Wir­kung hat, aber auch Neben­wir­kun­gen mit sich bringt. Obwohl der Zugang zu gesun­der und abwechs­lungs­rei­cher Ernäh­rung immer leich­ter wird, ernäh­ren sich vie­le Men­schen unaus­ge­wo­gen, sind über­ge­wich­tig und haben Erkran­kun­gen, wel­che auf ihre Ernäh­rung zurück­zu­füh­ren sind. Laut des Sta­tis­ti­schen Bun­des­am­tes waren im Jah­re 2017 62% der erwach­se­nen Män­ner und 43% der erwach­se­nen Frau­en über­ge­wich­tig. Eine Stu­die der Tech­ni­ker Kran­ken­kas­se von 2017 belegt, dass 15% der erwach­se­nen Män­ner und Frau­en an ernäh­rungs­be­ding­ten Stoff­wech­sel­er­kran­kun­gen lei­den.

  • Der Über­fluss und die gro­ße Aus­wahl in den Lebens­mit­tel­ge­schäf­ten über­for­dern Men­schen in ihrem Kon­sum­ver­hal­ten. Ein dar­aus resul­tie­ren­des Ergeb­nis ist, dass in deut­schen Pri­vat­haus­hal­ten jähr­lich pro Kopf 56 kg Lebens­mit­tel weg­ge­wor­fen wer­den.

Online- Lie­fer­dienst über­nimmt Kran­ken­haus­ver­pfle­gung

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Mul­ti or Mono- How to cook per­fect chi­cken 8 dif­fe­rent ways

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Das Ende der Gemein­schafts­ver-pfle­gung

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Plat­form or Pro­duct- Voll­kost, Schon­kost oder der Wunsch des Pati­en­ten

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Die gesell­schaft­li­che Dis­kus­si­on und die sich wan­deln­den Ernäh­rungs­prä­fe­ren­zen bie­ten die Grund­la­ge für die Ver­än­de­run­gen in der Kli­nik­Gas­tro­no­mie.

Der Pati­ent bringt sei­ne Gewohn­hei­ten und Vor­stel­lun­gen mit in die Kli­nik. Heu­te wer­den sie in der Gemein­schafts­ver­pfle­gung uni­for­miert.

Ide­al ist es, wenn die Pati­en­ten die gas­tro­no­mi­sche Ver­sor­gung als inhalt­lich beglei­tend, zeit­lich abge­stimmt und in den Pati­en­ten­pfad ein­ge­bun­den wahr­neh­men. Der Pati­ent ist somit in die­sem Pro­zess akti­ver Teil­neh­mer und kann nach sei­nem eige­nen Wohl­be­fin­den und sei­nen per­sön­li­chen Nei­gun­gen ent­schei­den.

Digi­ta­le Pro­zess­mo­del­le wan­deln den Pati­en­ten­wunsch in indi­vi­dua­li­sier­te Infor­ma­tio­nen für des­sen Ver­pfle­gungs­an­ge­bot, die Dis­po­si­ti­on der dazu not­wen­di­gen Leis­tun­gen und eine nutz­brin­gen­de Ernäh­rungs­emp­feh­lung um. In Wech­sel­wir­kung mit inter­dis­zi­pli­nä­ren Pro­zes­sen wer­den die­se Abläu­fe auto­ma­tisch orga­ni­siert.

80% der Deut­schen besit­zen ein Smart­pho­ne und haben die Rou­ti­ne, mit moder­nen Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mit­teln umzu­ge­hen. 92% der Inter­net­nut­zer in Deutsch­land haben 2018 online gekauft.

Der Pati­ent wird mit sei­ner Essen­be­stel­lung zukünf­tig nicht nur das, was er essen möch­te bestel­len kön­nen, son­dern auch eine Aus­wahl der Loca­ti­on und der Uhr­zeit tref­fen.
Die Erfas­sung der Essens­wün­sche in den meis­ten Kran­ken­häu­ser wird der­zei­tig noch per­so­nal­in­ten­siv mit Ser­vice­kräf­ten erle­digt. Ser­vice­ex­per­ten füh­ren dafür zahl­rei­che Argu­men­te an, war­um das immer noch so blei­ben müs­se.

Der tat­säch­li­che Grund ist, dass es kei­ne wirk­lich zeit­ge­mä­ße und ganz­heit­li­che Soft­ware­lö­sung für die Kran­ken­haus­ver­pfle­gung gibt. Alle vor­han­de­nen Appli­ka­tio­nen der Menüer­fas­sung und Menü­pla­nung ori­en­tie­ren sich an star­ren Pro­zess­ab­läu­fen der Ver­sor­gung und sind nicht adap­tier­bar.

…Food Court, Bio, Regio­nal, House of Food, to go, Lunch Boxes, Lie­fer­ser­vice, Auto­ma­ten­ver­pfle­gung, Koch­kur­se, Food­s­haring, Rück­be­sin­nung, Healt­hy Hedo­nism, Restau­rant oder Bis­tro sind Trends, die den All­tag der meis­ten Pati­en­ten außer­halb des Kli­nik­auf­ent­hal­tes bestim­men.

Die Zukunft der Pati­en­ten­ver­sor­gung liegt zum gro­ßen Teil in der Inte­gra­ti­on gas­tro­no­mi­scher Trends mit zeit­ge­mä­ßer Krea­ti­vi­tät und anspre­chen­der Pro­dukt­qua­li­tät.
Vor­ur­tei­le oder Beden­ken, war­um Pati­en­ten mit bestimm­ten Dia­gno­sen bes­ser in Ihrem Zim­mer und nicht im öffent­li­chen Raum ver­pflegt wer­den, sind das Ergeb­nis eines nie geführ­ten Dis­kur­ses über Nut­zen, Chan­cen und Ästhe­tik.

Durch intel­li­gen­te räum­li­che und logis­ti­sche Lösun­gen wird zusätz­lich zur neu­en gas­tro­no­mi­schen Viel­falt der per­so­nel­le Auf­wand im Sta­ti­ons­ser­vice und der Inhouse­lo­gis­tik einer Kli­nik um bis zu 40% gesenkt.

In der nächs­ten Woche:
Plat­form or Pro­duct
Voll­kost, Schon­kost oder der Wunsch des Pati­en­ten